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Was die Retter in Rot leisten und was sie benötigen

Es geschah im Juli 1912: In Binz auf Rügen drängen sich tausend Menschen auf der Seebrücke und erwarten die Ankunft eines Bäderdampfers. Da bricht ein Teil der Brücke zusammen, mehr als 100 Menschen stürzen in die See; 16 ertrinken, darunter mehrere Kinder. Kaum jemand hilft – nicht zuletzt, weil damals die wenigsten Menschen schwimmen können. Jährlich sind zu diesem Zeitpunkt rund 5.000 Ertrinkungsfälle zu beklagen. Dieses schwere Unglück bewog am 19. Oktober 1913 engagierte Menschen zur Gründung eines Vereins. Er sollte möglichst vielen Menschen frühzeitig das Schwimmen beibringen, sie über das sichere Verhalten im und am Wasser aufklären sowie im Rettungsschwimmen ausbilden. Das war der Geburtstag der DLRG und der Beginn einer inzwischen mehr als hundertjährigen Erfolgsgeschichte.

Die DLRG ist heute mit über 1,6 Millionen Mitgliedern und Förderern die größte Wasserrettungsorganisation der Welt und die Nummer Eins in der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung in Deutschland. Leider sind aus den frühen Jahren nur wenige Aufzeichnungen erhalten geblieben, aber allein in der Zeit ab 1950 wurden mehr als 65.000 Lebensrettungen verzeichnet, die Todesrate von 1913 um mehr als 90 Prozent gesenkt, über 22 Millionen Schwimmprüfungen und viereinhalb Millionen Rettungsschwimmprüfungen abgenommen. In über 2.000 Gliederungen leisten die ehrenamtlichen Helfer pro Jahr fast acht Millionen Stunden freiwillige Arbeit für die Menschen in Deutschland. Die Kernaufgaben der DLRG sind die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung, die Aufklärung über Wassergefahren sowie der Wasserrettungsdienst. Rund 36.000 Mitglieder wachen jährlich weit mehr als drei Millionen Stunden über die Sicherheit von Badegästen und Wassersportlern.

Eine dieser 2.000 Gliederungen ist die DLRG Ortsgruppe Neuerburg-Waldbreitbach e. V., die seit 1973 besteht und zum 31. Dezember 2018 216 Mitglieder zählte – deutlich mehr als die Hälfte davon Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.

Ihre Hauptaufgabe sieht die Ortsgruppe darin, den Kindern das Schwimmen zu vermitteln, diese über weitere Schwimmabzeichen zu sicheren Schwimmern zu machen und Interessierte zu Jugendrettern und Rettungsschwimmern auszubilden. Des Weiteren leisten die Aktiven den Wasserrettungsdienst im Wiedtalbad, verfügen über eine Sanitätsgruppe und führen Erste-Hilfe-Lehrgänge durch. 2018 wurden insgesamt 3.353 Stunden geleistet, die sich in 1.566 Stunden für die Ausbildung Schwimmen / Schulschwimmen / Rettungsschwimmen / Tauchen, Medizin und Organisation sowie 1.787 Stunden für den Wasserrettungsdienst aufteilen. Die in der Schwimmausbildung befindlichen Kinder, Jugendliche und Erwachsene erwarben 45 Seepferdchen und 75 weiterführende Schwimmabzeichen.

Da durch die vielen Schwimmbadschließungen immer weniger Ausbildungsstätten zur Verfügung stehen und in 2018 immer noch über 500 Menschen in Deutschland ertrunken sind, liegt der Ortsgruppe insbesondere das Schulschwimmen am Herzen. Ziel ist es, dass jedes Grundschulkind während seiner Schulzeit das Schwimmen erlernt. Hierzu gibt es Kooperationen mit der Grundschule Waldbreitbach, St. Katharinen, der Raiffeisenbank und dem Mehrgenerationenhaus Neustadt sowie der Offenen Jugendarbeit Asbach.

Um weiterhin das bestehende Angebot der Schwimmausbildung, die weitere Ausbildung und den Wachdienst gewährleisten zu können, benötigt die Ortsgruppe Helfer, die sich in einzelnen Bereichen engagieren möchten wie z. B. als Übungsleiter in der Schwimmausbildung, als Rettungsschwimmer für den Wachdienst oder als Sanitäter. Selbstverständlich übernimmt man gerne die Aus- oder Weiterbildung in den entsprechenden Sparten. Aber auch Helfer, welche die Ortsgruppe nach ihren Möglichkeiten in anderen Bereichen unterstützen können, sind willkommen: Im Finanzwesen, dem Schriftverkehr, der Öffentlichkeitsarbeit, der Betreuung der Internetseiten, in den Referaten Ausbildung und Einsatz sowie in der Unterstützung der Vereinsführung.

Eine existenzielle Voraussetzung für die wichtige soziale Arbeit der DLRG Ortsgruppe Neuerburg-Waldbreitbach ist das in die Jahre gekommene Wiedtalbad, in dem derzeit elf Schulen und zwei Vereine Schwimmausbildung und Training durchführen. Hier wartet man mit Spannung auf die Entscheidungsfindung und den Neubau eines Schul- und Sportschwimmbades durch die neue Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach.

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Die DLRG ist Spitzenverband im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV), im Deutschen Spendenrat, in der International Life Saving Federation (ILS) und der ILS-Europe sowie in der Arbeitsgemeinschaft Erste Hilfe.