Erkundigen Sie sich hier über die aktuelle Belegung unserer Schwimmkurse.

Was die ehrenamtlichen Retter in Rot leisten - eine Bilanz 2016

So hatte der Verein zum 31.12.2016 insgesamt 216 Mitglieder, deutlich mehr als die Hälfte davon Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.

In 2016 wurden insgesamt 4.684 Stunden erbracht, die sich wie folgt zusammensetzen:

-    836 Stunden für Ausbildung Schwimmen, Rettungsschwimmen und Tauchen
-      48 Stunden für Ausbildung Medizin und Katastrophenschutz
-    872 Stunden für Organisation und Verwaltungsaufgaben
- 2.928 Stunden für Wasserrettungsdienst in Schwimmbad und Freigewässer

In der Schwimmausbildung wurden von den Kindern 87 Seepferdchen und 80 weiterführende Schwimmzeichen erworben. Alleine in den letzten 25 Jahren hat die Ortsgruppe mehr als 4.000 Schwimmabzeichen abgenommen.

Dies sind für eine relativ kleine Ortsgruppe mit einer überschaubaren Anzahl an ausgebildeten Übungsleitern, Rettungsschwimmern, Sanitätern und Vorstandsmitgliedern imposante Zahlen. Um dies aber weiterhin und in Zukunft gewährleisten zu können, benötigt die Ortsgruppe weitere Helfer, die sich in einzelnen oder verschiedenen Bereichen engagieren möchten. Ein erfreulicher Lichtblick sind zur Zeit eine neue Ausbilderin und einige jugendliche Helfer, welche die Übungsleiter nach Kräften unterstützen.

Ein Bad kostet Geld - kein Bad kostet Leben

Eine weitere existenzielle Voraussetzung für die wichtige soziale Arbeit des Vereins ist natürlich das Wiedtalbad. Hier hofft man, dass trotz des jährlichen Verlustes eine für alle einvernehmliche Lösung gefunden wird, das Wiedtalbad auch in Zukunft - wegen oder auch trotz der Kommunalreform - weiter betreiben zu können, auch wenn es sich hier um eine freiwillige soziale Leistung der Kommune handelt und diese mit dieser Aufgabe allein gelassen wird. Auf die Wichtigkeit der Vorhaltung eines solchen Angebotes für die Schwimmausbildung aber auch für die Verbandsgemeinde als Touristikort hat die DLRG in der Vergangenheit immer wieder und ausführlich hingewiesen.

DLRG zieht traurige Bilanz: Erstmals seit zehn Jahren wieder über 500 Menschen ertrunken

Im Jahr 2016 sind in Deutschland mindestens 537 Menschen ertrunken. Gegenüber 2015 stieg die Zahl der Opfer um 49. Bereits im Jahr zuvor war ein Anstieg der Toten durch Ertrinken um 96 oder 24,5 Prozent festzustellen. Dies ist der höchste Stand seit zehn Jahren. Zurückzuführen ist der negative Trend auf den vielerorts relativ schönen Sommer. Allein in den Sommermonaten Juni bis August ertranken 220 Menschen. Besonders die hohe Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge (64) bereitet erhebliche Sorgen, die Zahl hat sich gegenüber der aus 2015 (27) mehr als verdoppelt.

Von 2010 bis 2016 sind insgesamt mindestens 3.094 Menschen im Wasser ums Leben gekommen. Diese Zahl macht das ganze Ausmaß deutlich. Für eine moderne, hoch entwickelte Gesellschaft ist diese Bilanz nicht akzeptabel. Wenn wir die Opferzahlen nachhaltig senken wollen, müssen alle Beteiligten - Staat, Länder, Gemeinde und alle für die Sicherheit Verantwortlichen - noch viele Hausaufgaben erledigen. Wir brauchen mehr Sicherheit, vor allem an den Binnengewässern und eine verbesserte Schwimmfähigkeit speziell bei der nachwachsenden Generation.

Unfallschwerpunkt Nummer eins sind nach wie vor die unbewachten Binnengewässer. In Flüssen, Bächen, Seen und Teichen ertranken 406 Menschen, das sind gut 75 Prozent aller Opfer. An den Küsten von Nord- und Ostsee ertranken lediglich 26 Menschen - 20 in der Ostsee und sechs in der Nordsee. Es zahlt sich aus, dass in fast allen Badeorten an den Küsten die Rettungsschwimmer für mehr Sicherheit im und am Wasser sorgen. Das Konzept eines zentralen Wasserrettungsdienstes hat sich selbst bei einem großen Ansturm von Badegästen und Wassersportlern in der Hauptsaison bewährt. Mit Blick auf die Binnengewässer fordert die DLRG von der öffentlichen Hand, Regelungen für eine verbindliche Absicherung der Binnengewässer, die von Schwimmern, Badegästen und Wassersportlern genutzt werden.

19 Menschen ertranken in einem Schwimmbad, 86 weitere verloren in einem Hafenbecken, Graben oder an anderen Orten ihr Leben. Die meisten Opfer ertranken in unbewachten Gewässern. Selbstüberschätzung, gesundheitliche Vorschädigungen, Übermut, Leichtsinn und Unkenntnis über mögliche Gefahren sind oft Ursache für tödliche Unfälle im Wasser. Das Risiko in unbewachten Gewässern zu ertrinken ist um ein Vielfaches größer als in Bädern und Küsten, die von Rettungsschwimmern bewacht werden. Die ehrenamtlichen Retter hatten überall viel Arbeit; die Strände und Bäder waren oft voll besetzt. Ohne deren großen Einsatz und schnelle Hilfe wäre die Zahl der Ertrunkenen deutlich höher.

Eine besondere Risikogruppe stellen inzwischen die Flüchtlinge dar. Insgesamt sind im vergangenen Jahr 64 Asylsuchende ertrunken. Die DLRG hat bereits reagiert: Die Baderegeln wurden in über 25 Sprachen übersetzt, um den Menschen aus anderen Ländern die Gefahren im Wasser zu verdeutlichen. Besonders betroffen vom Ertrinken sind ältere Menschen. In der Altersklasse von 71 bis 85 Jahren ertranken 108 Personen. Aber auch bei den 16- bis 35-Jährigen waren es 139 (110 im Vorjahr) Frauen und Männer. Ein besonderes Augenmerk haben die Lebensretter natürlich immer wieder auf die Kinder bis 15 Jahre. Insgesamt kamen 46 in dieser Altersklasse ums Leben, im Jahr zuvor waren es noch 25. Die DLRG appelliert an die Eltern, die Kleinsten nicht aus den Augen zu lassen. Schon ein flacher Gartenteich kann für sie zur tödlichen Gefahr werden. Dies zeigt deutlich, dass der Schwimmunterricht in den Schulen konsequent durchgeführt werden muss. Die DLRG setzt sich deshalb im Aktionsbündnis "ProBad" und der "Bäderallianz Deutschland" mit Nachdruck für den Erhalt der Bädern ein und fordert die Kommunen auf, gerade den Grundschulen einen Zugang zu den Bädern zu ermöglichen.

Nichts Neues beim Geschlechtervergleich: 411 Männer (knapp 77 Prozent) und 114 Frauen (gut 20 Prozent) kamen in deutschen Gewässern zu Tode. Auch im vergangenen Jahr ertranken die meisten Menschen in Bayern, dort kamen 91 Menschen ums Leben. An zweiter Stelle rangiert Nordrhein-Westfalen mit 76 tödlichen Wasserunfällen gefolgt von Niedersachen (58) und Baden-Württemberg (54). Die sicherste Region war das Saarland (wie im Vorjahr), dort kamen zwei Menschen ums Leben.


Die DLRG ist Spitzenverband im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV), im Deutschen Spendenrat, in der International Life Saving Federation (ILS) und der ILS-Europe sowie in der Arbeitsgemeinschaft Erste Hilfe.